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Landwirt: Viele unterschiedliche Berufschancen

Gemeinsame Informationsveranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Berufsschule

Werben für Agrarberufe: (von links) Berufsschuldirektor Walter Karlstetter, BBV-Kreisobmann Hermann Etzel, Ausbildungsberater Franz Ebertseder, Kreisbäuerin Paula Hochholzer, stv. Berufsschulleiter Günther Ilg sowie (hinten, von rechts) Junglandwirt Dominik Weger, Ausbilder Herbert Meier und Leitender Landwirtschaftsdirektor Josef Eichenseer mit interessierten Jugendlichen. − Foto: Neuhuber

Quelle: pnp

Pfarrkirchen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen (AELF) hat zusammen mit der Berufsschule Pfarrkirchen für Jugendliche und Eltern aus landwirtschaftlichen Betrieben und für Jugendliche mit Interesse an Agrarberufen eine umfassende Informationsveranstaltung über den Ablauf der landwirtschaftlichen Berufsausbildung und die Weiterbildungsmöglichkeiten in dieser Berufssparte durchgeführt. Dazu kamen zahlreiche Interessierte in die Aula der Berufsschule. Der Grundtenor dabei: Wer sich für diesen Weg interessiert, der sollte sich von aktuellen Problemen nicht schrecken lassen – die Landwirtschaft habe eine Zukunft zu bieten.

Oberstudiendirektor Walter Karlstetter betonte, dass es kaum einen Beruf gebe, der so umfassend und vielfältig sei wie der des Landwirtes. Er konnte den Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Hermann Etzel (Egglham) und die Kreisbäuerin Paula Hochholzer (Gangkofen) begrüßen, die ihren Einsatz für die landwirtschaftliche Berufsausbildung zum Ausdruck brachten.

In seinem Grußwort wies der Kreisobmann darauf hin, dass Rottal-Inn einer der wenigen Landkreise in Bayern sei, in dem sowohl die Berufsschule als auch die darauf aufbauende Landwirtschaftsschule noch mit Schülern, die aus dem eigenen Landkreis stammen, betrieben werden können. Er richtete seinen Dank an die Ausbildungsbetriebe für ihr Engagement. Würden in anderen Branchen im wesentlichen Arbeitskräfte für den Betrieb ausgebildet, gingen die fertig ausgebildeten Landwirte als spätere Betriebsleiter in ihre elterlichen Betriebe zurück.

Gut aufgestellte Betriebe haben Zukunft. Der Leiter des für die Berufsausbildung zuständigen Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen, Leitender Landwirtschaftsdirektor Josef Eichenseer, betonte die Zukunftsperspektiven, die der Beruf des Landwirtes biete. Von der momentanen Preissituation und Stimmung solle man sich nicht zu sehr beeinflussen lassen. Gut aufgestellte Betriebe sowie die vor- und nachgelagerten Witschaftszweige würden auch bei strukturellen Änderungen Arbeit für 40 bis 50 Jahre bieten. "Lebensmittel, Rohstoffe und Energie werden immer benötigt", so Eichenseer. Der Beruf biete große Vielfalt, in der Produktion mit und in der Natur, modernste Technik und betriebswirtschaftliche Alternativen. Soziale Kompetenz in der Familie, in der betrieblichen Zusammenarbeit, aber auch in der Öffentlichkeit seien gefragt.

Stv. Berufsschulleiter Günther Ilg stellte den schulischen Ablauf der Ausbildung vor, Bildungsberater Franz Ebertseder vom AELF informierte die interessierten Mädchen und Jungen und deren Eltern über den Ablauf der praktischen Ausbildung und die weiterführenden Schulen.

Für die Ausbildung zum Landwirt sind zwei Bildungswege möglich, die Erst- und eine Zweitausbildung. Empfohlen wird auch bei einer Zweitausbildung, das Berufsgrundschuljahr zu absolvieren, in dem Teile der theoretischen Grundlagen für die Prüfung gelegt werden. Deutlich wurde auch die Notwendigkeit gemacht, sich die Ausbildungsbetriebe rechtzeitig vor dem Beenden des Berufsgrundschuljahres zu suchen. Sie sollen entsprechend der geforderten vier Schwerpunkte ausgewählt werden: zwei im Pflanzenbau und zwei in der Tierhaltung. Besonders renommierte Ausbildungsbetriebe seien oft bereits über Jahre ausgebucht.

Nach dem Absolvieren der Abschlussprüfungen muss, um die Fortbildung zum Wirtschafter für Landbau in der dreisemestrigen Landwirtschaftsschule und die Meisterprüfung machen zu können, ein Jahr Praxis nachgewiesen werden. Die "Höhere Landbauschule Rotthalmünster" als so genannte "Eliteschule" könne nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule besucht werden. Dort lerne man auch Studierende aus anderen bayerischen Bezirken mit ihren Produktionsweisen, Sorgen und Nöten kennen.

Besonders interessant war für die Jugendlichen der Bericht des ehemaligen Auszubildenden Dominik Weger aus Stubenberg, der seinen persönlichen beruflichen Weg farbig schilderte und dabei seiner Begeisterung für den Landwirtschaftsberuf freien Lauf ließ.

Kein Problem für Mädchen: In seinen Ausführungen wies der Ausbilder Herbert Meier (Zeilarn) darauf hin, dass sich gerade Mädchen intensiv in die landwirtschaftliche Ausbildung einarbeiten und auch mit der Technik keine Probleme haben würden. Interessenten sollen selbst – und nicht ihre Eltern – bei den Ausbildungsbetrieben anrufen und um einen Gesprächstermin bitten. Bei einer Probearbeit über ein bis zwei Tage oder gar einem Praktikum könnten sich beide Parteien kennenlernen. Erst dann sollte eine offizielle Bewerbung erfolgen. Im Anschluss an die Referate nahmen die Anwesenden die Gelegenheit wahr, den Fachkräften vor Ort viele Fragen zu stellen.