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Auslandserfahrung an der Hobelbank

Junge Handwerker aus Tschechien absolvieren viermonatiges Praktikum in Rottaler Betrieben

Pfarrkirchen. "Derartige Austauschmaßnahmen, gefördert durch Erasmus+, sind wertvolle EU-Projekte", schreibt Europaabgeordneter Manfred Weber in seinem Grußwort zur Abschlussveranstaltung in der Pfarrkirchner Berufsschule. Solche Projekte würden das Zusammenleben und Zusammenarbeiten innerhalb Europas, aber auch das persönliche Miteinander aller Beteiligten fördern. Weber bedauerte es, dass er aufgrund von Terminen in Brüssel nicht an der Verabschiedung der tschechischen Praktikanten teilnehmen konnte.

Pfarrkirchen. "Derartige Austauschmaßnahmen, gefördert durch Erasmus+, sind wertvolle EU-Projekte", schreibt Europaabgeordneter Manfred Weber in seinem Grußwort zur Abschlussveranstaltung in der Pfarrkirchner Berufsschule. Solche Projekte würden das Zusammenleben und Zusammenarbeiten innerhalb Europas, aber auch das persönliche Miteinander aller Beteiligten fördern. Weber bedauerte es, dass er aufgrund von Terminen in Brüssel nicht an der Verabschiedung der tschechischen Praktikanten teilnehmen konnte.

Nach vier Monaten Praktikum kehren die 13 jungen Handwerkerinnen und Handwerker wieder nach Trebic zurück. Nach dem Ende der Fachbauschule ist das viermonatige Praktikum der Abschluss ihrer Ausbildung. 14 junge Tschechinnen und Tschechen entschieden sich für ein Auslandspraktikum im Rottal und, unterbrochen von zwei Wochen Weihnachtsferien, schlossen 13 von ihnen den Auslandsaufenthalt erfolgreich ab.

Fünf Schreiner und Schreinerinnen, fünf Maurer, zwei Zimmerer, ein Elektriker und ein Heizungsbauer arbeiteten mit viel Engagement in folgenden Betrieben mit: Andreas Bauer, Gumpendobler, Kellhuber und Siebengartner (Baufirmen); Hermann Moser, Stephan Pappi, Josef Stadler (Zimmereibetriebe); Heizungsbau Harrer; Elektro Niedermeier; Wolfgang Aigner, Herbert Eder, Stefan Hahn, Huber Form, Willi Maier und Rudolf Reichl (Schreinereien) sowie Firma Lindner.

Zur Abschlussfeier begrüßte Abteilungsleiter Georg Grad neben den tschechischen Gästen auch die Obermeister Franz Hager und Hermann Eckbauer, die Vertreter der Praktikumsbetriebe, seine Lehrerkollegen und nicht zuletzt Ingrid Hopfinger, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.

Grad informierte über die 16 Wochen in den Handwerksbetrieben. Im Wesentlichen habe es keine größeren Probleme gegeben. Und die kleinen Schwierigkeiten, wie behördliche Vorgaben, hätten geklärt werden können. In einer Gesprächsrunde berichteten die Firmenvertreter von ihren Erfahrungen mit den tschechischen Mitarbeitern. Trotz der Sprachbarrieren habe die Verständigung mit "Händen und Füßen" sowie auf Englisch funktioniert. Alle Betriebe gaben eine positive Rückmeldung. Ein Betriebsinhaber meinte: "Schade, dass er morgen wieder geht." "Nächstes Mal gerne wieder", war der durchgängige Tenor der Betriebe. Zudem hätten sich auch zukünftige Arbeitsverhältnisse angebahnt.

Einen Überblick über die Schule und die Stadt Trebic gab die begleitende Lehrerin Vilma Burdova. Angereist waren zur Abschlussfeier aus der 330 Kilometer entfernten tschechischen Stadt der dortige Schulleiter Jiri Kurka und Fachlehrer Jiri Dvorak. Aus der dortigen Schulküche hatten sie neben landestypischen Schmankerln auch ein Fass Bier und einheimische Weine mitgebracht.

Schulleiter Kurka sieht in der Zusammenarbeit mit dem Pfarrkirchner Beruflichen Bildungszentrum und den Betrieben ein europäisches Zusammenwachsen ohne großes Aufhebens. Er hoffe, so Kurka, dieser Austausch werde weiter gepflegt. Man überlege durchaus, Sprachkurse zur besseren Verständigung anzubieten.

"Europa wächst auf leisen Sohlen zusammen "Mit einer Präsentation stellten die Praktikanten ihre Einsatzbetriebe und ihre Arbeit, ansatzweise auf Deutsch, überwiegend aber auf Englisch vor. Hervorgehoben haben sie dabei die freundliche Unterstützung ihrer deutschen Kollegen.

Auch stv. Schulleiter Günter Ilg sprach aus Sicht der Pfarrkirchner Schule die Wichtigkeit des schon langjährigen Austausches beider Schulen an. Mit dem Berufspraktikum sei ein neuer, erfolgreicher Weg beschritten worden. Mit rund 2300 Schülern in vier Abteilungen sei Pfarrkirchen ein berufliches Kompetenzzentrum. In 107 Klassen würden 30 Berufe von rund 100 Lehrern beschult. Für ihn, so Ilg, habe Europa mit seinen rund 500 Millionen Einwohnern nur gemeinsam eine wirtschaftliche Überlebenschance gegen die USA und China. Dieser Austausch stärke das Zusammenwachsen von Europa. Obendrein hätten die jungen Leute in den vier Monaten neben der beruflichen auch viele persönliche Erfahrungen gemacht.

Abteilungsleiter Georg Grad freute sich in seinem Schlusswort besonders darüber, dass nur eine Praktikantin aus familiären Gründen nach Hause reisen musste. Dieser Austausch zeige, dass "Europa auf leisen Sohlen" zusammenwachse.

Viele gegenseitige Dankesworte und der Austausch von Präsenten zeigten von der guten Zusammenarbeit von Praktikanten, Betrieben und Schule. Nach dem offiziellen Teil wurde noch ausgiebig gefeiert. − gg