Pfarrkirchen. Es ist bereits gute Tradition: Alljährlich wird am Beruflichen Schulzentrum Pfarrkirchen ein sogenannter „Aktionstag der DKMS“ durchgeführt.
Zum zehnten Mal bot die Schule ausgewählten Klassen verschiedener Ausbildungsrichtungen die Gelegenheit, sich über eine mögliche Knochenmarkspende in Vorträgen informieren zu lassen. Schulleiter Günter Ilg begrüßte dazu zusammen mit Organisator und Religionslehrer Tobias Hager Julia Pitz von der Gesellschaft der Deutschen Knochenmarkspendedatei (DKMS).
Julia Pitz referierte in der zwei Mal vollbesetzten Aula vor insgesamt rund 300 Berufsschülern zu dieser lebensrelevanten Thematik. Alle 15 Minuten erhalte in Deutschland ein Mensch die niederschmetternde Diagnose „Blutkrebs“ – weltweit sogar jede halbe Minute. Gerade auch vor jungen Menschen mache diese lebensbedrohliche Erkrankung keinen Halt. Oft sei allein eine Stammzellspende die einzige Chance auf eine Heilung des Betroffenen. Mit einem Videoclip, in dem Spender und Empfänger sehr persönlich über eine Knochenmarktransplantation berichteten, führte Julia Pitz die Zuhörer an diese Leben spendende Möglichkeit heran.
Zwei Methoden einer Knochenmarkspende kämen zur Anwendung: Einerseits die seltenere Möglichkeit einer operativen Entnahme aus dem Beckenkamm und andererseits die weit häufigere einfachere Blutwäsche. Beeindruckt waren die Berufsschüler von den persönlichen Erfahrungen eines Betroffenen. Ein ehemaliger Auszubildender der Berufsschule, Abdiraham Said, spendete vor wenigen Jahren selbst einer in der Kartei verzeichneten erkrankten Person erfolgreich seine Stammzellen, was bei ihm bis heute „ein echt aufregendes und zugleich zutiefst dankbares Gefühl“ ausgelöst habe. Offen und ehrlich berichtete der Spender über manchmal geäußerte Bedenken und mögliche Risiken einer Stammzelltransplantation, welche jedoch durch eine „hervorragende Organisation und kompetente Begleitung“ durch die DKMS quasi ausgeräumt werden können.
Im Anschluss folgte an dieses sehr persönliche Statement die freiwillige Registrierungsaktion, bei der sich erfreulicherweise wieder 44 potenzielle Stammzellspender aus dem Kreis der Berufsschüler in die DKMS-Kartei aufnehmen ließen. Mit einer praktisch durchgeführten Stäbchenprobe an der Wangenschleimhaut des Schülers und den per Handy online gemachten persönlichen Registrierungsangaben endete der DKMS-Tag.
Die DKMS bedankte sich mit einer Urkunde für dieses Engagement der Berufsschule gegen Blutkrebs. Seit Beginn der Registrierungsaktionen haben sich insgesamt über 500 Schülerinnen und Schüler als potenzielle Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Das 2021 im Aulabereich/Nebenstelle angebrachte DKMS-Schulsiegel „Wir retten Leben“ spornt immer wieder neu an, diese lebensrettende Möglichkeit in unserem schulischen Umfeld bekannt zu machen und solche Projekttage weiterhin als festen Bestandteil im Schuljahr zu verankern, wie die Berufsschule schreibt.
−red
