Pfarrkirchen.Sie gilt zurecht als Kaderschmiede für hochqualifizierte Fachkräfte, die von der Wirtschaft händeringend gesucht werden: die Technikerschule für Stahl- und Leichtmetallbau am Beruflichen Schulzentrum Pfarrkirchen. In einer schönen Feierstunde erhielten fünf Absolventen, alle aus dem Landkreis, nun ihre Abschlusszeugnisse. Nicht zuletzt dank durchweg überragender Noten winkt ihnen allen eine rosige berufliche Zukunft.
Eine abgeschlossene Lehre, mindestens ein Gesellenjahr und dann zwei Jahre in Vollzeit zurück auf die Schulbank – also raus aus dem Berufsleben und dem gewohnten Einkommen. Diesen durchaus steinigen Weg haben Kilian Altmann (Pfarrkirchen), Hannes Golginger (Arnstorf), Anna Heißenhuber (Arnstorf), Andreas Moritz (Pfarrkirchen) und Lorenz Unger (Arnstorf) jetzt hinter sich – und zwar mit Bravour.
Ein Jahrgang der Superlativen
Denn dieser neunte Jahrgang der Technikerschule bricht alle Rekorde: Er schaffte einen noch nie dagewesenen Notenschnitt von 2,05, stellte mit Hannes Golginger den besten Absolventen aller Zeiten (1,16) und weil alle die Zusatzprüfung Mathematik erfolgreich ablegten, wartet obendrein die Fachhochschulreife. Da stellt der vom Freistaat ausgerufene Meisterpreis von 3000 Euro pro Nase, über den sich jeder freuen darf, das wohlverdiente Zuckerl dar.
Kein Wunder, dass es bei der Abschlussfeier reihum nur strahlende Gesichter gab. So sprach der stellvertretende Schulleiter Heinrich Etzel angesichts dieser Erfolge bei seiner Begrüßung sichtlich stolz von einem „kleinen, aber erlauchten Kreis“. Nicht viel weniger Anerkennung hatte Schulleiter Günter Ilg für den „Highlight-Jahrgang“ parat. Er attestierte allen Absolventen enorme Fähigkeiten und viel Fleiß. Denn es sei kein Spaziergang gewesen, diese anspruchsvolle Ausbildung zu absolvieren. „Das war ein Kraftakt – und ihr habt ihn geschafft.“
Ilg zählte auch drei entscheidende Vorteile dieser Technikerausbildung auf: „Höhere Fachkompetenz, Berufspraxis als Fundament und Aufstiegsmöglichkeiten.“ Sein Fazit, mit Blick darauf, dass die „Techniker“ auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und sich ihnen somit glänzende Perspektiven wie zum Beispiel die Übernahme von Führungspositionen bieten: „Ihr habt euch die Freiheit erarbeitet, zu entscheiden, wo es hingeht. Ihr könnt neue Wege ausprobieren und eure Zukunft aktiv gestalten.“
In ihren Grußworten gratulierten die Ehrengäste den Absolventen zu ihren außergewöhnlichen Leistungen und wünschten ihnen alles Gute für die Zukunft. Gleichzeitig hoben sie den Stellenwert der Technikerausbildung hervor, die es in dieser Form bayernweit nur in Pfarrkirchen gibt. Stellvertretende Landrätin Edeltraud Plattner erinnerte daran, wie viel Engagement und Überzeugungskraft es von Schulleitung, Wirtschaft und Politik gebraucht hatte, um diese Einrichtung nach Pfarrkirchen zu holen. „Inzwischen ist sie ein dauerhaftes Erfolgsmodell, eine feste Größe in der technischen Bildungslandschaft – weit über die Region hinaus.“
Lob für die Ausdauer und Entschlossenheit
Ebenso viel Lob verteilte Pfarrkirchens 2. Bürgermeister Hermann Gaßner. An die Adresse der neuen Techniker meinte er: „Ihr habt bewiesen, dass ihr starke, entschlossene und ausdauernde Persönlichkeiten seid.“ Diesen Ausführungen schloss sich Roland Erdreich von der Lindner Group KG, einem der größten Arbeitgeber im Landkreis, an. „Wir als Unternehmen sind so dankbar für diese Einrichtung“, betonte er. Den Absolventen gab er noch einen Tipp für die weitere Berufskarriere: „Sucht euch etwas aus, das euch Spaß macht.“
Nachdem Fachbetreuer Ulli Sagmeister und Andreas Moritz, Sprecher der Technikerklasse, noch einmal in sehr persönlichen Abschiedsworten die Schulzeit Revue passieren ließen, folgte die Zeugnisübergabe. Viel Applaus erhielten auch Silvia Maier (Violine) und Gundula Schmidt (Piano), die für den gelungenen musikalischen Rahmen der Feier sorgten.
