Pfarrkirchen.In einem festlichen Rahmen sind in der Stadthalle Pfarrkirchen die Absolventinnen und Absolventen der Ausbildungsberufe Anlagenmechaniker für Heizung-, Sanitär- und Klimatechnik, Feinwerkmechaniker, Metallbauer sowie Technische Systemplaner feierlich freigesprochen worden. Zahlreiche Gäste aus Politik, Handwerk und Bildungseinrichtungen sowie Familienangehörige und Ausbilder begleiteten die Jung-Gesellinnen und Jung-Gesellen bei diesem wichtigen Schritt in ihrem Berufsleben.
Obermeister der Heizung-, Sanitär- und Spenglerinnung, Gerhard Eichinger, begrüßte laut Pressemitteilung der Kreishandwerkerschaft die Jung-Gesellinnen und Jung-Gesellen sowie eine Vielzahl an Ehrengästen. Neben Landrat Michael Fahmüller, Pfarrkirchens Bürgermeister Wolfgang Beißmann und Direktor des beruflichen Schulzentrums Günther Ilg, wurde auch die Vize-Präsidentin der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Claudia Geiselhöringer, willkommen geheißen, wie auch Armin Maier für das BTZ Pfarrkirchen.
Eichinger beglückwünschte aber die eigentlichen Ehrengäste, nämlich die Freizusprechenden, und betonte, dass diese einen großen Schritt in die berufliche Zukunft geschafft hätten. Auch wenn dreieinhalb Jahre Lehrzeit mitunter sicherlich kein Leichtes gewesen seien, so konnten sie sich der Unterstützung der Ausbilder und der Eltern gewiss sein. Der Obermeister betonte, dass das Handwerk keineswegs durch Künstliche Intelligenz abgelöst werde, sondern sich das Handwerk dieses „Tool“ zu Hilfe nehme, um unter anderem Arbeitsprozesse zu optimieren.
Landrat Michael Fahmüller ergänzte, dass das Handwerk gerade für die Region wichtig sei. Während die Industrie oftmals mit Konjunkturschwankungen zu kämpfen habe, zeichne sich das Handwerk durch Stabilität, Ausdauer und Innovationen aus. Der Landrat betonte, dass das Handwerk seit jeher eine tragende Säule der regionalen Wirtschaft sei. Besonders wichtig sei dabei die Ausbildungsleistung der Betriebe. „Ohne engagierte Handwerksbetriebe, die junge Menschen ausbilden und ihnen Perspektiven eröffnen, wäre unsere wirtschaftliche Stärke nicht denkbar“, machte er deutlich.
„Für das tägliche Leben unverzichtbar“
Bürgermeister Wolfgang Beißmann sagte, er erinnere sich gerne an seine Ausbildung als Kfz-Mechaniker (heute Mechatroniker) zurück. Auch er würdigte die Entscheidung der jungen Menschen für eine Ausbildung im Handwerk. Er verwies darauf, dass handwerkliche Berufe für das tägliche Leben unverzichtbar seien. Ob beim Bau von Wohnraum, bei der Modernisierung von Gebäuden, bei technischen Installationen oder bei präzisen Metallarbeiten – überall sei fachliches Können gefragt. Gerade angesichts großer Zukunftsaufgaben wie der Energiewende oder der nachhaltigen Modernisierung von Gebäuden komme dem Handwerk eine Schlüsselrolle zu. „Das Handwerk gestaltet unsere Zukunft ganz konkret mit“, betonte er.
Der Schuldirektor der beteiligten Berufsschule, Günther Ilg, richtete den Blick in seinem Grußwort auf den Ausbildungsweg der Absolventinnen und Absolventen. Eine handwerkliche Ausbildung verlange Einsatzbereitschaft, Disziplin und Durchhaltevermögen, sagte er. Die Verbindung aus praktischer Arbeit im Betrieb und theoretischem Unterricht in der Schule stelle hohe Anforderungen an die Auszubildenden. Umso mehr verdiene der erfolgreiche Abschluss Anerkennung. Gleichzeitig ermutigte er die neuen Gesellinnen und Gesellen, ihren Weg im Handwerk weiterzugehen und die zahlreichen Möglichkeiten zur Weiterbildung zu nutzen.
Nach der feierlichen Freisprechung in alter Manier, bei der sich alle Anwesenden den Freizusprechenden zu Ehren von ihren Stühlen erhoben, wurden die Gesellenbriefe den Jung-Gesellinnen und Jung-Gesellen durch die Obermeister Gerhard Eichinger (Heizung-, Sanitär und Spenglerinnung) und Thomas Priester (Metallbauinnung) und den jeweiligen Prüfungsausschussvorsitzenden Wolfgang Rietzel (Anlagenmechaniker) und Holger Spänig (Metallbauer) überreicht. Geehrt wurden 14 Anlagenmechaniker für Heizung-, Sanitär- und Klimatechnik, fünf Feinwerkmechaniker, 13 Metallbauer sowie drei Technische Systemplaner.
Ein besonderer Programmpunkt der Veranstaltung war die Übergabe eines Bildungsgutscheins durch die Vertreterin der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Vize-Präsidentin Claudia Geiselhöringer. Sie überreichte diese Auszeichnung an einen Prüfling und erklärte den Hintergrund dieser Förderung. Der Bildungsgutschein solle junge Fachkräfte dazu ermutigen, sich auch nach der Ausbildung weiter zu qualifizieren – beispielsweise durch fachliche Spezialisierungen oder durch Fortbildungen im Handwerk. Damit wolle die Handwerkskammer nicht nur besondere Leistungen würdigen, sondern auch die kontinuierliche Weiterbildung im Handwerk fördern.
Künstliche Intelligenz als großes Zukunftsthema
Der Obermeister der Metallbauinnung Thomas Priester, ließ es sich nicht nehmen, auf die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz zu verweisen. Gerade hochkomplexe Bauwerke würden sich mit Hilfe der KI effizienter planen lassen. Er ermutigte die Junghandwerker, sich mit dem Thema verstärkt auseinanderzusetzen.
Neben den offiziellen Programmpunkten bot die Freisprechungsfeier auch Gelegenheit für persönliche Gespräche und Begegnungen. Den Abschluss bildete ein gemeinsames festliches Essen. Für die neuen Fachkräfte beginnt nun ein neuer Abschnitt – „mit guten Perspektiven in einem Berufsfeld, das für die Region auch in Zukunft von zentraler Bedeutung sein wird“, heißt es abschließend in der Mitteilung der Kreishandwerkerschaft.
−red
