Pfarrkirchen. Die einen sägen Holz, die anderen backen Waffeln: Beim Berufsausbildungstag des Berufsschulzentrums (BSZ) hatten über 500 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich über 20 Ausbildungsberufe zu informieren. Es handelte sich dabei um die Achtklässler der Regelklassen und Neuntklässler der M-Zweige der Mittel-, Förder- und Montessori-Schulen aus dem gesamten Landkreis. Angereist mit dem Bus, wurden die Jugendlichen gleich von Schulleiter Günter Ilg empfangen. Im Anschluss machten sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg zur ersten Infoveranstaltung des Tages. Vorab hatten sich die Schülerinnen und Schüler für zwei der insgesamt 20 präsentierten Ausbildungsberufe angemeldet. Die Veranstaltung erstreckte sich über beide Schulgebäude und durch „Wegweiser“ und hilfsbereite Schülerinnen und Schüler der BSZ fanden alles Gäste gut zum richtigen Raum. Wie jedes Jahr zog es viele Burschen und auch einige Mädchen in die Kfz-Werkstatt. Hier waren 13 Stationen zu verschiedensten Aufgaben eines Kfz-Mechanikers aufgebaut. Auch Berufe, die in den letzten Jahren weniger Aufmerksamkeit bekommen haben, stießen diesmal auf reges Interesse. „59 Teilnehmer sind diesmal dabei“, berichtete Josef Wasner, Leiter der Ernährungsabteilung. Er erklärte ihnen alles rund um den Beruf des Bäckers und unter seiner Anweisung durften die Jugendlichen selbst Semmeln richtig belegen. Im Kurs „Ernährung und Versorgung“ waren die Backkünste der Schülerinnen und Schüler gefragt: Birgit Bachl brachte ihnen bei, Waffeln zu backen. Im Kurs der Kinderpflege, bei Bianka Danke, erfuhren sie alles, was in der Ausbildung wichtig ist, im Format eines Speeddatings: Die Auszubildenden des Kurses erklärten den Gästen in einer Minute in aller Kürze die Inhalte der Ausbildung. Im Computersaal stellte Mario Neumann die alltäglichen Einsatzbereiche des technischen Systemplaners vor. Nur wenige Türen weiter, in der Josef-Haas-Werkstatt, lernten die Schülerinnen und Schüler, was ein Zimmerer macht. „In der Schreinerwerkstatt sollen die Jugendlichen ihre Kreativität frei laufen lassen“, erklärte Lehrer Bernhard Schmid und Lehrer Andreas Lang zeigte ihnen das Hobeln direkt am Holz. Zwei neugierige Schüler probierten es selbst aus und merkten schnell, dass das gar nicht so einfach ist. In der Werkstatt gleich nebenan quietschten die Feilen am Metall. „Es soll ein Flaschenöffner werden“, erklärte Schülerin Jasmin von der Closen-Mittelschule in Arnstorf. Sie bekam hier einen Vorgeschmack auf ihre Zukunft, denn sie weiß ganz genau, welche Ausbildung sie machen möchte: „Ich möchte später eine Ausbildung zur Metalltechnikerin machen.“ Bei Ulli Sagmeister, Lehrer für Fertigungstechnik, erstellten die Jugendlichen ihren eigenen Schlüsselanhänger. Mit Kraft und Geschick drückten die Schülerinnen und Schüler ein Ein-Cent Stück in einen Metallring. Anschließend schliffen sie es glatt und polierten es, bis es glänzte. Erst dann war es bereit, an den Schlüsselbund gehängt zu werden. Viele Interessenten lockten auch die zahlreichen Elektronik-Berufe an. „Im ersten Jahr der Ausbildung muss jeder die selben Grundkenntnisse lernen, danach kann man aus drei Fachrichtungen wählen“, erklärten die Schüler Dominik Hoffmann und Sebastian Fickler. Sie machen gerade ihre Ausbildung zum Elektroniker und halfen Lehrer Klaus Madl, den Gästen den Aufbau einer Lichtschaltung im Kellerraum zu erklären. Das BSZ stellte nicht nur Berufe vor, in denen vor Ort in Pfarrkirchen ausgebildet wird, auch die Außenstelle in Eggenfelden war mit den Verwaltungsberufen vertreten. Zudem gab es externe Referenten, die von der Kreishandwerkschaft ausgewählt worden waren: Das KWA Bildungszentrum stellte das Berufsbild der Alten- und Heilerziehungspflege vor und Vertreter der Rottal-Inn Kliniken erklärten die Aufgaben eines Krankenpflegers, auch wurden Einblicke ins Malern und ins Maßschneidern geboten. Als diesjährige Ehrengäste waren dabei: Beratungslehrerin Andrea Trenker, Elisabeth Winkler und Andreas Fischer der Sparkasse, sowie der Konrektor der Mittelschule Pfarrkirchen, Markus Bischl. „Dieses Jahr waren die Schülerinnen und Schüler sehr motiviert, viele der Berufe die normalerweise nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen, haben dieses Jahr mehr Teilnehmer“, berichtete Beratungslehrerin Andrea Trenker. Sie sprach auch ihren eigenen Schülerinnen und Schülern ein Lob aus: „Es ist für alle anderen Schüler regulär Unterricht, aber meine Schüler haben sich engagiert und sich vor dem Unterricht und in der Pause rausgestellt, um den Gästen den Weg zu weisen“. Auch in Zukunft soll die Berufsausbildungsmesse wieder stattfinden, sagte Schuldirektor Günter Ilg und er freute sich, dass auch bald durch das neu entstehende Schulhaus geführt werden kann.
