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Flüchtlinge wollen Ausbildung beginnen

Mehrtägiges IHK-Seminar für Berufsintegrationsklasse in Pfarrkirchen

Robert Strenberger von FotoFinder Systems (rechts) und sein Azubi Hashemi Seyyed Mahdi (4. von rechts) sowie Veronika Nagler, Integrationsberaterin der IHK (2. von rechts) teilten ihr Wissen zur Berufsausbildung mit den Schülern der Berufsintegrationsklasse der Berufsschule Pfarrkirchen. −Foto: red

Quelle: pnp

Pfarrkirchen. Für junge Flüchtlinge, die in Deutschland bleiben können, ist eine Berufsausbildung und die Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen eine der besten Arten der Integration. Der Start in eine Ausbildung muss aber sorgfältig vorbereitet werden. Dafür hat die IHK Niederbayern mit den Schülern der Berufsintegrationsklasse der Berufsschule Pfarrkirchen das mehrtägige Seminar "Leichter in die Berufswelt" durchgeführt.

18 Schüler aus fünf Ländern - Wie läuft eine Berufsausbildung in Deutschland ab? Was ist der Unterschied zu einer ungelernten Tätigkeit? Wieviel verdient man in einer Ausbildung – und wieviel danach? Solche und viele weitere Fragen stellten die 18 jungen Schülerinnen und Schüler aus den Herkunftsländern Afghanistan, Syrien, Nigeria, Iran und Rumänien. Antworten erhielten sie von der Trainierin Rhina Cornejo-Hösl von Training Development Consulting sowie von Veronika Nagler, Integrationsberaterin bei der IHK.
Sie vermittelten nicht nur die Werte und Normen, die in Deutschland gelten – vom festen Händedruck zur Begrüßung bis zur Gleichberechtigung von Mann und Frau. Sie erklärten vielmehr auch die Pflichten und Verantwortungen gegenüber Schule und Ausbildungsbetrieb. Die Unterschiede zwischen den Kulturen ihrer Herkunftsländer und dem Leben und Arbeiten in Deutschland waren ebenfalls Teil des Lehrplans.
Einblick in die Praxis der Ausbildung im Bereich Industrieelektriker für Geräte und Systeme gab Robert Strenberger, Abteilungsleiter bei FotoFinder Systems in Bad Birnbach. Ihn begleitete sein afghanischer Auszubildender Hashemi Seyyed Mahdi. "In unserem Unternehmen sind Menschen aus vielen verschiedenen Nationen vertreten, was sehr förderlich für den Vertrieb unserer Produkte in anderen Ländern ist", sagte Strenberger. "Die Einstellung von Mahdi war daher für uns ein leichter Schritt."
Hashemi ist mittlerweile im zweiten Lehrjahr und schreibt bald seine Abschlussprüfung. "Die Ausbildung macht mir viel Spaß. Ich mag die Zusammenarbeit mit den Kollegen, wir sind wie eine große Familie", erzählte der Azubi.
In den so genannten "Berufsintegrationsklassen" werden Flüchtlinge an Berufsschulen in ganz Bayern auf Arbeit und Ausbildung vorbereitet. Die Jugendlichen erhalten hier über zwei Jahre einen intensiven Sprachunterricht, aber auch gezielten Unterricht zur Berufsorientierung. Im IHK-Bezirk Niederbayern sind derzeit an 14 Berufsschulen solche Klassen eingerichtet. − red