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Gefährlicher Extremismus

Projektwoche über rechte Jugendkultur im Beruflichen Schulzentrum

Über Gefahren der rechten Jugendkultur sprach Johannes Kreck (hinten 3. von links) mit Schülern des Beruflichen Schulzentrums Pfarrkirchen. Ein Bild machten sich auch der stellvertretende Schulleiter Günter Ilg (hinten v.l.), der Leiter des Kirchlichen Jugendbüros und Mitorganisator Thomas Wimmer, FSJlerin Verena Nußbaumer (vorne v.l.) und die Fachbetreuerin Sozialkunde, Edina Wollmann. −Foto: Nöbauer

Quelle: pnp

Pfarrkirchen. Wieso rutscht man in die rechte Szene ab und wie kann man dem entgegen wirken? Mit diesen und anderen Fragen rund um rechte Jugendkultur haben sich in einer Projektwoche insgesamt rund 450 Schüler des Beruflichen Schulzentrums Pfarrkirchen beschäftigt. In Zusammenarbeit mit dem Kirchlichen Jugendbüro hatte Edina Wollmann, Fachbetreuerin Sozialkunde, Johannes Kreck als Vortragenden gewonnen. Dieser zeigte den Jugendlichen der Klassen 10 bis 12 die Gefahren anschaulich auf.

Bei dem Thema will man am Ball bleiben: Aktueller denn je sei die Thematik unglücklicherweise, finden Franziska Loth und Teresa Riederer, zwei Schülerinnen. "Von manchen Zeichen und Symbolen hatten wir gar nicht gewusst, dass sie mit rechtsgerichteten Organisationen in Verbindung stehen." Daher sei es "sehr sinnvoll", sich schon im Jugendalter ein Bild von dieser sehr diffizilen Thematik zu machen.

"Wir bleiben in der Thematik auf jeden Fall am Ball. Da ist Bedarf zur Nachbesprechung da", stellte der stellvertretende Schulleiter Günter Ilg fest. Dabei sei vor allem in den letzten Wochen und Monaten zu merken, dass die Integration gerade "so richtig stattfindet". Vorher waren die Schüler in unterschiedlichen Klassen, jetzt sind die Migranten mit den deutschen Schülern zusammen. Sie verbringen den Tag zusammen. "Dumme Sprüche gibt es jetzt in meiner 10. Klasse nicht mehr", sagt Edina Wollmann.

Johannes Kreck erklärte den Schülern, was Rechtsextremismus und -radikalismus bedeutet, ging aber genauso auf Gefahren von links ein. 40000 Rechtsextreme gebe es in etwa in Deutschland. "Wir haben Glück, dass diese schlecht vernetzt sind", sagte er. Erschreckend ist aber: "Laut einer Studie will jeder Zehnte einen Führer." Motive dafür: Faulheit, so Kreck. Schließlich müsse man sich dann nicht mehr so viele Gedanken machen, kommt immer wieder als Antwort. Der Führer wisse schon, was am besten ist.

Kreck warnte davor, die Rechtsradikalen lediglich an den Stereotypen wie Glatze oder Kleidung auszumachen. Die "klischeehaften Nazis" gebe es nur mehr selten. Mit dem Film "Jump" über einen Aussteiger aus der rechten Szene wollte Kreck die Theorie in Bild und Ton verdeutlichen. Auch wenn er auf seinen Vorträgen kaum bis gar keine nationalistischen Tendenzen ausmacht, "rechtes Potenzial ist da". Dieses gelte es, möglichst klein zu halten, sagte er. − ala