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Landwirt: Ein Beruf mit Zukunft

Infoveranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie der Berufsschule

Informierten über den Ablauf der landwirtschaftlichen Berufsausbildung: (vorne, von links) Studienrätin Annette Hofbauer, ehemaliger Auszubildender Christoph Aigner, BBV-Kreisobmann Hermann Etzel, BBV-Kreisobmann und Berufsschulleiter Walter Karlstetter sowie (hinten, von links) die Ausbilder Ludwig Gschöderer und Alfred Heringlehner sowie Ausbildungsberater Christian Brunner. −Foto: Neuhuber

Quelle: pnp

     

Pfarrkirchen. Alle Jahre bietet das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen (AELF) mit der Berufsschule Pfarrkirchen für Jugendliche und Eltern aus landwirtschaftlichen Betrieben sowie für Jugendliche mit Interesse an Agrarberufen eine umfassende Informationsveranstaltung an. Themen waren der Ablauf der landwirtschaftlichen Berufsausbildung und die Weiterbildungsmöglichkeiten in dieser Berufssparte.

Der Leiter der Berufsschule, Oberstudiendirektor Walter Karlstetter, betonte bei seiner Begrüßung in der Aula, dass es kaum einen Beruf gebe, der so umfassend und vielfältig sei, wie der des Landwirts. Auszubildende in der Landwirtschaft, die als Ziel eine Tätigkeit als selbstständige Unternehmer haben, seien bereit anzupacken. In diesem Zusammenhang kündigte er an, dass beim Neubau der Berufsschule auch der Bereich Landwirtschaft berücksichtigt werde.

Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Hermann Etzel, forderte die Eltern auf, den jungen Schulabgängern bei ihrer Entscheidung für den Betrieb den Rücken zu stärken. Neben einer möglichen späteren außerlandwirtschaftlichen Tätigkeit seien Wege durchaus im Betrieb gegeben. Er betonte den Wert der praktischen Ausbildung. Der Landkreis sei hier mit der Berufs- und Landwirtschaftsschule und dem praxisorientierten Unterricht gut aufgestellt.

Der Leiter der Abteilung Bildung und Beratung des zuständigen Landwirtschaftsamtes Pfarrkirchen, Christian Brunner, betonte, dass der Beruf des Landwirtes Perspektiven für die Zukunft biete. Die potenziellen Auszubildenden sollten sich von der momentanen Stimmung nicht zu sehr beeinflussen lassen. Der gut aufgestellte Betrieb und die vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweige würden auch bei strukturellen Änderungen, im Gegensatz zu anderen Berufen, in denen der Arbeitsplatz sehr häufig gewechselt werden muss, Zukunftschancen für ein ganzes Berufsleben bieten. Lebensmittel, Rohstoffe und Energie würden immer benötigt. Der Beruf bietet eine große Vielseitigkeit, in der Produktion mit und in der Natur, modernster Technik, und betriebswirtschaftliche Alternativen. Zudem seien Soziale Kompetenz in der Familie, in der betrieblichen Zusammenarbeit sowie in der Öffentlichkeit gefragt.

Studienrätin Annette Hofbauer stellte den Ablauf der schulischen Ausbildung vor. Bildungsberater Alfred Heringlehner vom AELF Passau, der vorübergehend auch den Landkreis Rottal-Inn betreut, informierte über den Ablauf der praktischen Ausbildung und die weiterführenden Schulen. Für die Ausbildung zum Landwirt seien zwei Bildungswege möglich, die Erst- und eine Zweitausbildung. Empfohlen werde auch bei einer Zweitausbildung, das Berufsgrundschuljahr zu absolvieren, in dem wesentliche Teile der theoretischen Grundlagen für die Prüfung gelegt würden. Er wies darauf hin, die Lehrbetriebe entsprechend der geforderten vier Schwerpunkte auszuwählen; zwei im Pflanzenbau und zwei in der Tierhaltung. Besonders renommierte Ausbildungsbetriebe seien oft bereits über Jahre ausgebucht. Nach der Abschlussprüfungen müsse, um die Fortbildung zum Wirtschafter für Landbau in der dreisemestrigen Landwirtschaftsschule und die Meisterprüfung machen zu können, ein Jahr Praxis nachgewiesen werden. Im Anschluss könne man noch die "Höhere Landbauschule Rottalmünster" besuchen. Änderungen bei den einzelnen Schulbereichen seien möglicherweise schon bald wegen einer Bildungsreform durch das Staatsministerium zu erwarten.

Besonders interessant war für die Jugendlichen der Bericht des ehemaligen Auszubildenden Christoph Aigner aus Rimbach, der seinen persönlichen beruflichen Weg schilderte. Gegenseitige Höflichkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen zwischen Lehrlingen, Ausbildern und der eigenen Familie seien die Grundlagen für eine erfolgreiche Ausbildung.

Ausbilder Ludwig Gschöderer zeigte den idealen Weg zur Bewerbung auf. Interessenten sollten rechtzeitig, bei besonders gefragten Betrieben sogar bereits im Vorjahr, bei den Ausbildungsbetrieben anrufen und um einen Gesprächstermin zusammen mit den Eltern bitten. Bei einer Probearbeit über ein bis zwei Tage oder gar einem Praktikum könnten sich beide Seiten besser kennenlernen. Erst dann sollte eine offizielle Bewerbung erfolgen. − fnAnmerkung der Redaktion: Die Infoveranstaltung fand bereits vor dem Veranstaltungs- und Versammlungsverbot aufgrund der Corona-Krise statt.