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Praktikanten aus Tschechien

Berufliches Schulzentrum: Gäste verbringen vier Monate in Bayern

Georg Grad (2. von rechts) vom Beruflichen Schulzentrum Pfarrkirchen begrüßte die Praktikanten aus dem tschechischen Třebíč und ihre Betreuer Vilma Burdová (4. von rechts) und Jiri Dvorak (2. von links) in ihrer Unterkunft im Feriendorf Postmünster. −Foto: Hampel

Quelle: pnp

Postmünster. 14 Absolventen der tschechischen "Mittelschule für Bauberufe" aus Třebíč (Trebitsch) bei Brünn werden in den kommenden Monaten ein Berufspraktikum bei Baubetrieben aus der Region absolvieren. Studiendirektor Georg Grad von der Abteilung Bau- und Holztechnik des Beruflichen Schulzentrums Pfarrkirchen begrüßte mit seinen Kollegen die jungen Leute bei ihrer Ankunft in ihrem Quartier in Postmünster. Begleitet wurden die Praktikanten von Vilma Burdová, der Organisatorin für Austauschprojekte an der Tschechischen Schule und ihrem Lehrerkollegen Jiri Dvorak.

Die Pfarrkirchner Berufsschule und die Einrichtung in Třebíč pflegen schon seit längerer Zeit einen Schüleraustausch. Bereits mehrfach besuchten Schüler beider Einrichtungen für einige Wochen die jeweils andere Schule. Diesmal ist jedoch einiges anders, wie Grad bei seiner Begrüßung feststellte: "Noch nie sind so viele Praktikanten gekommen und noch nie sind sie so lange geblieben."

Die Absolventen haben in Třebíč ihr Fachabitur gemacht und möchten in Bayern praktische Berufserfahrungen sammeln, bevor sie weiterstudieren. Ein duales Ausbildungssystem wie in Deutschland gibt es in Tschechien laut Grad nicht. Neu ist auch, dass die Praktikanten sich diesmal vier Monate in Bayern aufhalten werden statt wie bisher nur einige Wochen. In dieser Zeit werden die jungen Leute, alle um die 18 Jahre alt, bei regionalen Betrieben aus der Baubranche als Maurer, Schreiner, Zimmerer, Elektriker oder Heizungsbauer mitarbeiten. Große Schwierigkeiten, geeignete Firmen zu finden, habe es laut Grad nicht gegeben: "Durch den regelmäßigen Austausch in der Vergangenheit haben sich die tschechischen Praktikanten bereits einen guten Ruf erarbeitet."

Finanziert wird das Projekt über das Programm "Erasmus+" der Europäischen Union. Dessen Ziel ist es, Jugendlichen über die Berufsausbildung Erfahrungen im europäischen Ausland zu vermitteln. Gut angelegtes Geld, wie Grad findet: "Der zwischenstaatliche Austausch junger Menschen ist die beste Friedenssicherung, die denkbar ist."

Viel Zeit zum Eingewöhnen blieb den Praktikanten nicht: Gleich am Morgen nach ihrer Ankunft in Postmünster ging es für sie an ihre Arbeitsplätze bei den verschiedenen Praktikumsbetrieben. Doch zuvor gab es nach der offiziellen Begrüßung erstmal eine bayerische Brotzeit samt Oktoberfestbier. − ha