Sozialkunde

Der Sozialkundeunterricht an der Berufsschule

Das Fach Sozialkunde an der Berufsschule und an der Berufsfachschule dient der politischen Bildung. Es soll die Schülerinnen und Schüler befähigen, Zusammenhänge in unserer Gesellschaft und unserem politischen System zu verstehen. Außerdem sollen Einflussmöglichkeiten der Bürger aufgezeigt werden, um so die Schülerinnen und Schüler anzuregen, sich aktiv zu beteiligen.


Der Lehrplan für das Fach Sozialkunde enthält dazu unter anderem folgende Themen:

  • Bereitschaft, demokratische Verantwortung zu übernehmen
  • Rechte und Pflichten in der Gesellschaft wahrnehmen
  • demokratische Wertvorstellungen entwickeln
  • Toleranz üben und Werthaltungen anderer Menschen achten
  • Verantwortung für Natur und Umwelt zeigen

In einer sich immer rascher wandelnden Berufswelt ist heute nicht nur ein umfassendes, berufsspezifisches Fachwissen notwendig, sondern auch ein berufsfeldübergreifendes Wissen über das Wirtschafts- und Sozialsystem eines Landes.

Auch darauf soll das Fach Sozialkunde die Schülerinnen und Schüler vorbereiten, wie nachfolgende Themen exemplarisch verdeutlichen:

  • Bedeutung und Probleme der sozialen Sicherheit
  • Mitbestimmungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers im Betrieb
  • Wirtschaftsordnungen und -systeme
  • Konjunkturzyklen und Wirtschaftspolitik
  • Umweltschutz durch betriebliche Entscheidungen
  • Recht in Alltag und Beruf
  • Grundwerte der Sozialen Marktwirtschaft
  • Notwendigkeit, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten

Neben dem bereits erwähnten beruflichen und berufsübergreifenden Fachwissen sind vor allem bei anspruchsvolleren Tätigkeiten, zum Beispiel in Führungspositionen, sogenannte Schlüsselqualifikationen notwendig.

 
Dazu gehören unter anderem:

  • Kreativität
  • verantwortliches Handeln (auch in ökologischer Hinsicht)
  • problemlösendes und vernetztes Denken
  • Teamfähigkeit
  • soziale Kompetenz

Mit der Vermittlung dieser Schlüsselqualifikationen übernimmt der Sozialkundeunterricht als allgemeinbildendes Fach eine weitere wichtige Funktion im Bereich der beruflichen Qualifikation.

Vorbemerkungen zum neuen Lehrplan im Fach Sozialkunde an der Berufsschule (LP 2004):


Der Sozialkundeunterricht in der Berufsschule dient der politischen Bildung. Er hilft den Schülerinnen und Schülern auf dem Weg zur Orientierung in Gesellschaft und Staat und motiviert sie zur aktiven Teilhabe. Sie sollen die Demokratie in der Bundesrepublik in ihren wesentlichen Einrichtungen, Strukturen und Grundprinzipien kennen lernen und die öffentlichen Institutionen in ihrer Funktionsweise verstehen. 
Sozialkundeunterricht darf nicht auf der Ebene reiner Wissensvermittlung stehen bleiben. Er soll den Schülern die Fähigkeit zu verantwortlicher und wertgebundener Entscheidung vermitteln. In der Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Meinungen reflektieren die Schüler ihre eigenen Interessen und Einstellungen. Sie lernen, Konflikte und Kontroversen als Wesensmerkmal einer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft zu akzeptieren. 
Ein Sozialkundeunterricht, der Schülerinnen und Schüler zukunftsfähig machen will, muss den Blick auf die großen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen und Herausforderungen unserer Zeit richten: Veränderungen der Arbeitswelt und der Bevölkerungsentwicklung, soziale Gerechtigkeit, Umweltzerstörung, Globalisierung, Verletzung der Menschenrechte und Bedrohung des Weltfriedens durch Extremismus, Terrorismus und Unterentwicklung. 
Dem Ziel politischer Handlungs- und Urteilsfähigkeit folgend, orientiert sich der Lehrplan an den Grundsätzen eines problem- und handlungsorientierten Unterrichts. In der aktiven Auseinandersetzung mit den Gegenständen lernen sie, selbständig Informationen zu ermitteln und zu verarbeiten und sich dabei der Möglichkeiten der neuen Medien zu bedienen. Dem entspricht eine an Selbsttätigkeit orientierte Unterrichtsmethodik mit aktivierenden Arbeitsweisen und Unterrichtsverfahren, die die Handlungs- und Problemlösungskompetenz der Lernenden fördert und dadurch zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen beiträgt. 
Sozialverhalten, Teamfähigkeit und Kooperationsfähigkeit sollen immer dann gezielt gefördert werden, wenn sich Konflikte oder Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit der Klasse zeigen. 
Der neue Lehrplan verzichtet auf vorgegebene Zeitrichtwerte. Die Stoffverteilung liegt im pädagogischen Ermessen der Lehrkraft (Abstimmungen mit Inhalten aus AWL, Fachunterricht und evtl Religion sind erforderlich). Auch die Reihenfolge der Themen ist nicht verbindlich. Sozialkunde ist leider nur ein einstündiges Unterrichtsfach